Umsatzsteuer - Jagdpachten

Verlängerung der Übergangsfrist des §2 UStG bis zum 31.12.2022

Erstellt am 20.12.2020

Verlängerung der Übergangsfrist des §2b UStG für juristische Personen des öffentlichen Rechts bis zum 31.12.2022.

Am 01.01.2016 trat mit Wegfall des §2 Abs.3 Umsatzsteuergesetz (UStG) die lang diskutierte Reform der Umsatzbesteuerung durch das Jahressteuergesetz 2015 der öffentlichen Hand in Kraft.

Die Jägerinnen und Jäger sind insoweit betroffen, als die Jagdgenossenschaften als Verpächter zukünftig die Pachtverträge mit Umsatzsteuer belastet sehen und dies eventuell weitergegeben werden kann. Die Jagdverbände waren damals beim Steueränderungsgesetz nicht eingebunden.

Viele Jagdgenossenschaften fallen unter die Kleinunternehmerregelung gemäß §19 Umsatzsteuergesetz (UStG) da sie Umsätze bis (€ 17.500.-) neu ab 01.01.2021 € 22.000.- haben und aus diesem Grund nicht von der Umsatzsteuer betroffen sind.

Dennoch hatten viele Jagdgenossenschaften die unter die Kleinunternehmerregelung nach Steuerrecht gefallen sind, die sogenannte Optionserklärung (Abgabe bis 31.12.2016) ausgefüllt und eingereicht, die eine Steuerbefreiung pauschal bis zum 31.12.2020 zur Folge hatte.

Was ist nun neu in 2020: Die Bundesregierung hat, nach vorheriger Abstimmung mit der Europäischen Kommission am 06.05.2020 den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Krise durch Sars-CoVid 19 (Corona) beschlossen. Durch das Corona –Steuergesetz wird auch die bisherige Übergangsregelung zu §2b UStG über das aktuelle Fristende (31.12.2020) bis zum 31.12.2022 verlängert (§27 Abs.22a UStG).

Zur Umsatzbesteuerung Pauschallandwirt, Landwirt und Jagdverpachtung gibt es bereits ein Urteil vom EuGH vom 26.05.2005-C-43/44. Dieses sieht in der Jagdverpachtung keinen Zusammenhang oder Gleichbehandlung mit der landwirtschaftlichen Besteuerung.

Die Auswirkungen auf die Steuerbelastung: Es besteht nach derzeitiger Rechtslage keine Möglichkeit, sich die 19% Mehrwertsteuer (ab 01.01.2021) vom Finanzamt erstatten zu lassen. Die Jagd und somit auch die Jagdpacht wird derzeit als Freizeitbeschäftigung eingestuft, weshalb ein Jagdpächter im Umsatzsteuerrecht nicht als Unternehmer eingestuft wird.

Zurück zur Übersicht